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Wachstum ja - aber bitte mit Bedacht
Wohn- und Gewerbegebiete sprießen -
Innenstadt stirbt langsam aus
WASHINGTON. Die Proleme sind hier wie dort dieselben: Immer mehr Geschäfte
schließen in der Altstadt ihre Tore und ziehen auf die grüne Wiese. Eine
Entwicklung, die Bürgermeister Walter E. Larson Sorgen macht. »Wir als Stadt
versuchen, es zu ändern, aber die Möglichkeiten, die wir haben, sind sehr
begrenzt.«
Washington Missouri, 50 Meilen westlich von St. Louis. Ein kleiner
Flughafen, ein Hospital mit 800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber der
Stadt , ein öffentlicher Swimming-Pool, zehn Parks, zwei High Schools, vier
Einkaufszentren, 300 Geschäfte, 65 Industriebetriebe mit insgesamt rund 5000
Arbeitnehmern.
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| Eines von vielen
Neubaugebieten am Rande der Stadt |
»Als ich das letzte Mal 1997 hier war, konnte man viele der Wohngebiete im
Ansatz erkennen. Jetzt sind sie komplett bebaut. Das Gleiche gilt für die
Gewerbegebiete. Es ist unglaublich«, staunt Bürgermeister Herbert Pötzsch
über die Weiterentwicklung der Schwesterstadt. Und sein amerikanischer
Amtskollege bestätigt: »Wir versuchen, vor allem Industriezweige der
High-Tech-Branche nach Washington zu bekommen, um jungen Leuten einen gut
bezahlten Arbeitsplatz bieten zu können. Und wie es aussieht, gelingt es
uns.« Zwischen 30 und 35 Prozent der insgesamt rund 12 000 Einwohner pendeln
zum Job nach St. Louis. Immer mehr können jedoch nicht nur zum Schlafen,
sondern auch zum Arbeiten in der Heimatstadt bleiben.
Nicht ganz so rosig sieht¹s in Washington downtown aus. 1989 wurde die
Altstadt als bedeutender historischer Platz ausgezeichnet landesweit. Eine
Auszeichnung, mit der geworben werden kann, die die Einkaufssituation vor
Ort jedoch nicht verbessert.
»Wir haben im Ortskern fast nur noch Antiquitäten und Geschenkeläden«,
bedauert Larson und schiebt einen der Gründe gleich nach:
»Marketingstudien haben gezeigt, dass Parkplätze direkt an den Geschäften sowohl für die
Inhaber als auch für die Kunden eine große Rolle spielen. Und die können wir
in der Altstadt eben nicht bieten.«
Themen, mit denen sich Arbeitsgruppen im Rahmen einer Vision für das Jahr
2020 beschäftigten. Eines der Hauptanliegen ist, das Wachstum der Kommune,
sowohl was die Wohngebiete als auch die Gewerbegebiete angeht, zu steuern
und »nicht einfach zuzulassen«. Dabei sollen auch gezielt die
Industriezweige ausgewählt werden, die sich in Washington ansiedeln wollen.
»Nur saubere, High-Tech-Branchen mit Arbeitsplätzen, die den Lebensstandard
heben, sollten angelockt werden.«
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