|
»Missourian« unterstützt die Partnerschaft
von Anfang an
Größte Lokalzeitung in der Region mit 16 000 Auflage Erscheint zweimal
wöchentlich
WASHINGTON. Der »Missourian« ist ein Familienunternehmen im klassischen
Sinn. Seit 1937 wird die Lokalzeitung mit einer Auflage von 16 000 Ausgaben
unter der Regie der Millers geführt. Herausgeber Bill Miller arbeitet mit
zwei Töchtern und einem Sohn zusammen.
Gegründet wurde das Blatt einst von James L. Miller. Im Alter von 40 Jahren
kaufte er den »Missourian« und machte ihn zu einem erfolgreichen
Unternehmen. Miller galt als unabhängiger Denker, der sich nicht davor
scheute, seine Meinung zu sagen oder neue Technologien einzusetzen und damit
wirtschaftliche Risiken einzugehen. Bis ins hohe Alter James L. Miller
starb mit 93 Jahren arbeitete er für seine Zeitung.
»Er war ein großer, großer Mann«, sagt Millers Sohn und heutiger Seniorchef
Bill Miller. Als eine kleine Delegation aus Washington 1989 Marbach besucht,
erste Kontakte knüpft und für die angestrebte Städtepartnerschaft wirbt, ist
der Herausgeber des »Missourians« mit von der Partie. Insgesamt dreimal war
er schon in der Schillerstadt und immer kam er begeistert zurück. »Wir
versuchen, die Sache zu unterstützen, wo es nur geht.« Bestes Beispiel: Am
Tag nach der Ankunft der deutschen Gäste berichtet die Lokalzeitung mit zwei
Bildern auf der Titelseite über den Willkommensempfang und den Besuch von
Dr. Dieter Zagel im örtlichen Krankenhaus.
|

|
|
Bill Miller
wirft einen Blick auf die aktuelle Ausgabe,
die im Verlagsgebäude in der Altstadt
gedruckt wird. |
Zweimal wöchentlich erscheint der »Missourian«. Jeden Mittwoch und Freitag
wird die Druckerpresse im Erdgeschoss des 125 Jahre alten Gebäude im Herzen
der Altstadt für die beiden Hauptausgaben angeworfen.
»Darüber hinaus produzieren wir noch eine monatliche Seniorenbeilage, Lokalausgaben für die
Städte Union und St. Clair sowie die Gemeinde Marthasville. Insgesamt sind
es um die 30 Publikationen«, rechnet Bill Miller vor.
Die Hälfte der »Missourian«-Auflage wird noch am Drucktag ausgeliefert. Die
übrigen 8000 Exemplare werden den Lesern mit der Post zugestellt. 84 Seiten
jeden Mittwoch, 44 zum Wochenende. »Manchmal haben wir sogar zwei Seiten
Leserbriefe und natürlich jede Menge Werbung viel mehr als in
Deutschland.« Die zwei lokalen Radiosender und die Fernsehstation sieht der
Zeitungsmann nicht als Konkurrenz.
Ebenso wenig wie die drei anderen Zeitungen, die in Franklin County (93.000 Einwohner) auf dem Markt sind.
»Die umfangreichen Nachrichten über lokale Ereignisse machen uns stark«, ist
sich Bill Miller sicher. Die große, weite Welt bekommt die Zeitung per
Satellit über die American Press Association (AP) auf den Bildschirm
geliefert. Veröffentlicht wird jedoch nur ein kleiner Teil der Informationen
auf gerade mal ein, zwei Seiten.
Die eigene Homepage ist für Miller die logische Weiterentwicklung der
Medienbranche. »Ich glaube nicht, dass das Internet einmal die Zeitung
ersetzen wird. Trotzdem ist es wichtig, die Zeichen der Zeit nicht zu
übersehen und dabei zu sein.«
<- Zurück
|