Häusliche Gewalt ist auch in Washington ein Thema

Besuchertour durch die örtliche Polizeistation

WASHINGTON. »Wir haben die Probleme, die es anderswo auch gibt. Nicht mehr und nicht weniger.« Washington sei eine insgesamt ruhige Stadt und die Zahl der Schwerverbrechen äußerst gering, erklärt Polizeibeamter Ed Warner. »Aber natürlich kann man auch bei uns getötet werden.«

Große Sorgen macht den 26 Mitarbeitern der örtlichen Polizeistation die Zunahme der Droge Ecstasy. Eine Kampagne an den Schulen soll die Kids vor den Gefahren warnen. Für Warner und seine Kollegen nicht das einzige neue Aufgabenfeld: »Vor Jahren hat es gereicht, Auto fahren zu können«, erinnert sich Warner. »Jetzt muss man auf der Polizeiakademie 470 Trainingsstunden ableisten. Schulungen in Technik und Psychologie spielen eine immer größere Rolle.«
Pfeiffer jun. in den "Fängen" der Polizei.

Ein Gespür für das Gegenüber brauchen die Männer und Frauen in Uniform gerade auch dann, wenn sie zu Einsätzen gerufen werden, bei denen häusliche Gewalt eine Rolle spielt. »Wir verzeichnen in diesem Bereich in den vergangenen Jahren eine starke Zunahme«, so Ed Warner. »Wahrscheinlich liegt es daran, dass mehr darüber berichtet wird und die Gerichte hier in ihrer Rechtsprechung ein Tabu gebrochen haben.«

Bis vor ein paar Jahren saßen die Verhafteten bis zu sechs Monaten in der Zelle der Washingtoner Polizeistation. Das Essen wurde aus dem Krankenhaus geliefert. »Heute tun wir uns das nicht mehr an. Schließlich hat das County-Gefängnis über 100 Plätze.« Bis zu 20 Stunden dürfen die Beamten die Schwerenöter hinter den Gitterstäben schmoren lassen. Wenn es dann nicht für eine Anklage reicht, müssen sie freigelassen werden. Ed Warner: »Die Zeiten haben sich geändert. Heute gibt es so viele Rechtsanwälte, die nichts lieber tun, als sich darum zu kümmern, was die Polizei eventuell falsch gemacht haben könnte.« 

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