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02.11.2017

Untergang der Titanic
am Donnerstag,
den 9. November 2017

„Nie wieder, sagt er, wird es so ruhig sein, so trocken und warm wie jetzt“
(Hans Magnus Enzensberger)

“Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden”
(Friedrich Schiller)

Am Donnerstag, den 9. November 2017, kommt um 20 Uhr im Rahmen der Marbacher Schillerwoche die stürmisch-drängende Revue „Der Untergang der Titanic“ nach Hans Magnus Enzensberger auf die Stadthallenbühne. Das Stück wurde produziert durch den Verein Zuflucht Kultur e.V., der sich zur Aufgabe gemacht hat, mit und durch Kultur Brücken zwischen Geflüchteten und der einheimischen Bevölkerung zu bauen.

Anlass zu dieser Stückauswahl in der Schillerwoche ist die uns seit Jahren beschäftigende Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Asyl, verbunden mit der Frage, was die Menschen bewegt, ihr Land zu verlassen und anderswo neu zu beginnen. Friedrich Schiller, selbst Flüchtling und Vordenker für Freiheit und Gerechtigkeit spielt in der Stückbearbeitung in Marbach am Neckar seine Rolle.

Hans Magnus Enzensberger analysiert in seinem 1978 erschienenen Versepos den Untergang der Titanic als den Untergang einer Utopie. Er nennt das eine Komödie. Komisch ist es auch. Aber eher morbide, qualvoll, infernalisch komisch, so wie Dantes göttliche Komödie, und wie diese in 33 Monologe gegliedert, die Enzensberger „Gesänge“ nennt. Ihm ist der Untergang der Titanic eine
Metapher für das Scheitern großer technischer, sozialer, politischer Bestrebungen.

 
Die Titanic ist bis heute ein Mythos. Eine große Geschichte. Großes Kino. Die Katastrophe fasziniert. Wir finden das Romantische darin ebenso wie das Groteske. Das Tragische und das Absurde

Am 7. Mai 1875 sank der Deutsche Passagierdampfer “Schiller” auf der Heimreise aus den Vereinigten Staaten im Ärmelkanal. Die Schiller galt als das beste und schönste Schiff ihrer Zeit, der Kapitän als ein Muster an Kompetenz und Zuverlässigkeit. Die Reeder trieben zur Eile. Es galt, die Überlegenheit der Technik zu beweisen. Bei dem Unglück starben 335 der 372 Passagiere. Die Bordkapelle spielte nicht.

Eigens für die Schillerwoche 2017 in Marbach ist auch Friedrich Schiller zu Gast auf der Titanic – im großen Ballsaal auf dem Oberdeck, wo die erste Klasse sich an klassischen Dramen ergötzt, und zugleich tief unten im Schiffsrumpf, wo Ideen von Freiheit und Veränderung entstehen, und an die Oberfläche stürmen und drängen. Oben der Walzer der Schiffskapelle, unten die Hoffnung auf ein besseres Leben, mit der sich die Passagiere der dritten Klasse auf die Reise übers Wasser machen, und die dann an einem Eisberg aus Selbst- und Gewinnsucht zerschellt. Kommt uns das heute bekannt vor?

Vier Deutsche und zwei Syrer haben aus Texten von Enzensberger und Schiller einen Theater-, Performance- und Musikabend gemacht. Unter die Texte mischen sich Lieder und wahre Geschichten von Flucht und Havarie. Die Katastrophe geschieht, die Titanic sinkt. Und doch scheint danach alles wie immer. Am Ende steht die Frage: Ist unser Traum von einer besseren, einer gerechteren, einer menschlichen Welt im Atlantik untergegangen? Oder im Mittelmeer? An welche Planke können wir uns klammern?

Die Sängerin Cornelia Lanz, die Schauspielerin und Tänzerin Wiebke Wackermann, die Schauspieler Zaher Alchihabi und Johannes Fast, der Gitarrist und Sänger Mazen Mohsen und der Pianist Oliver Heise tauchen 3821m tief und bringen aus dem Wrack unserer Gesellschaft Geschichten mit von Ertrunkenen, von Überfressenen, von Schuldigen und Unschuldigen, von
Überlebenden und Überlebtem.

Der Eintritt für die Veranstaltung des Marbacher Kulturamts kostet im Vorverkauf 15,30 €, ermäßigt 9,80 €. Karten gibt es bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen - in Marbach bei Foto Beran (Marktstraße 32), Schilleria (Marktstraße 15) und Euli-Service (Hauptstraße 8 in Rielingshausen).
Im Internet sind Karten unter www.schillerstadt-marbach.de/karten sowie über die Tickethotline 01806 700 733 (0,14 €/Minute aus dem deutschen Festnetz; bei Anrufen aus dem Mobilfunknetz können die Kosten abweichen) erhältlich.
An der Abendkasse gibt es ab 19.00 Uhr Karten zu 16,- €, ermäßigt 10,- €.


 

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