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02.11.2017

Verleihung des Schillerpreises
an Horst Bredekamp am
Freitag, 10. November 2017

Am Freitag, 10. November 2017, dem 258. Geburtstag Friedrich Schillers, wird der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar 2017 an Horst Bredekamp verliehen. Der Berliner Kunsthistoriker gilt weltweit als überragende Figur der Kunstgeschichte. Bürgermeister Jan Trost überreicht den mit 10.000 Euro do-tierten Preis in einem öffentlichen Festakt um 20 Uhr in der Stadthalle Schillerhöhe. Die Laudatio hält der US-amerikanische Literaturwissenschaftler und Shakespeare-Forscher Stephen Greenblatt. Alle Reden werden simultan ins Deutsche bzw. Englische übersetzt.

Die Vielzahl der Studien Horst Bredekamps umfasst die Geschichte der euro-päischen Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart, erläuterte die Jury ihre Entscheidung, die sie Ende 2016 traf. Daneben stehen bahnbrechende Studien zum bildlichen Denken der Philosophie (Hobbes, Leibniz) und theoretische Schriften zur Grundlegung der Bildwissenschaft. Als politisch und ästhetisch engagierter Zeitgenosse, Kritiker und eminenter Stilist ist Bredekamp ein viel gefragter Autor.


Zur Person
Horst Bredekamp studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Soziologie in Kiel, München, Berlin und Marburg. 1974 wurde er an der Universität Marburg promoviert. Er wurde zunächst am Liebieghaus in Frankfurt am Main zum Kurator ausgebildet. Ab 1976 wurde er wissenschaftlicher Assistent am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg.

1982 wurde Horst Bredekamp als Professor für Kunstgeschichte an die Universität Hamburg berufen. 1993 wechselte er in dieser Funktion auf die Professur für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort ist er seit 2012 einer der Sprecher des Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor“. Seine Forschungsschwerpunkte sind Bildersturm, Skulptur der Romanik, Kunst der Renaissance und des Manierismus, Politische Ikonographie, Kunst und Technik sowie Neue Medien. Er hat die Philosophie des Bildakts begründet.

2005 hatte Horst Bredekamp die Hans-Georg-Gadamer-Professur an der Universität Heidelberg, 2007 die Adorno-Professur an der Universität Frankfurt am Main inne. Gastaufenthalte verbrachte er unter anderem in Princeton, Los Angeles und Budapest. Von 2003 bis 2012 war er „Permanent Fellow“ des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Im Frühjahr 2015 wurde er in die Gründungsintendanz des künftigen Humboldtforums in den Mauern des wiederaufgebauten Berliner Stadtschlosses berufen.

Horst Bredekamp ist unter anderem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle, der Academia Europaea und der American Academy of Arts & Science. Neben vielen weiteren Auszeichnungen, wie der Verleihung des Aby Warburg-Preises der Stadt Hamburg, des Sigmund-Freud-Preises der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des Max-Planck-Forschungspreises, ist er Mitglied im Orden Pour le mérite und Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern der Bundesrepublik Deutschland.

Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar
Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar wurde erstmals zum 200. Geburtstag Friedrich Schillers im Jahr 1959 verliehen. Bis zum Jahr 2007 wurde mit ihm alle zwei Jahre eine hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Landeskunde von Württemberg ausgezeichnet.

Anlässlich des Schillerjahres 2009 veränderte der Gemeinderat die Verleihungskriterien. Der Preis geht seither an Persönlichkeiten, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet sind. Besonders preiswürdig ist der Einsatz für einen ethisch verantwortbaren Freiheitsbegriff im Sinne des Dichters, sei es in der Politik, der Kunst, den Geistes- und Sozialwissenschaften oder den Naturwissenschaften. 2009 wurde erstmals nach den neuen Kriterien der Molekularbiologe und DDR-Bürgerrechtler Jens Reich ausgezeichnet, dem 2011 die französische Politikerin Simone Veil für ihre Verdienste um Europa folgte. 2013 erhielt die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Rachel Salamander den Preis für ihr entscheidendes Mitwirken am Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Zuletzt wurde 2015 die Regisseurin Andrea Breth für ihre herausragenden Inszenierungen der Schillerdramen Maria Stuart und Don Carlos ausgezeichnet.

Mitglieder des Preisgerichts

Das Preisgericht besteht aus einem Kollegium von sieben Mitgliedern. Es setzt sich zusammen aus dem Direktor der Deutschen Schillergesellschaft, der Landeshistorikerin der Universität Tübingen, einem Vertreter der Philosophie, ei-nem Vertreter der Theaterwissenschaften, einem Vertreter der Medizin und der Naturwissenschaften, einem Vertreter der Stiftung Weimarer Klassik und dem Bürgermeister der Stadt Marbach am Neckar als Vorsitzendem.


 

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