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Der Obere Torturm - das Wahrzeichen der Stadt


Das ehemalige Stadttor nach Osten ist der einzig erhaltene von ehemals drei Tortürmen der historischen Altstadt.

 

Als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung gehört der Obere Torturm zu den ältesten Gebäuden der Stadt. 1290 wurde er das erste Mal in einer Urkunde erwähnt. Erbaut wurde er um die Mitte des 13. Jh.s als Schalenturm, das heißt die zur Stadt gewandte Seite war ursprünglich offen.

 

Ein Torwart sorgte dafür, dass das wichtigste Marbacher Stadttor morgens auf- und abends zugeschlossen war. Außerdem zog er das sog. Weggeld, eine Art Zoll, ein.

 

Im obersten Stock des Torturmes wohnte der Hochwächter, in der Regel war dies der Stadtmusikus. Auf seinem Zink oder seiner Posaune verkündete er die Öffnung und Schließung der Stadttore. Als Hochwächter musste er auf ausbrechende Brände achten. Sobald er irgendwo Rauch oder Feuer erspähte, läutete er die Glocke und hängte rote Fahnen an den Torturm, bei Nacht rote Laternen.

 

Der verheerende Stadtbrand von 1693 verschonte auch den Oberen Torturm nicht. Die hölzernen Teile, besonders das oberste Stockwerk, brannte ab. Es dauerte einige Jahre bis die Ruine wenigstens notdürftig mit einem Dach versehen wurde. Erst 1717/18 wurde der Turm wieder völlig instand gesetzt.

 

1736 wurde er verblendet und angestrichen. Gleichzeitig entstand die Wappenmalerei in der Gatterblende. Dargestellt wurde das Wappen des regierenden Herzogs, Carl Alexander von Württemberg, und das seiner Gemahlin, Maria Augusta, einer geborenen Fürstin von Thurn und Taxis. Darunter breitete ein Adler seine Flügel aus.

 

Ende des 18. Jahrhunderts verloren die Tortürme ihre Funktion. Der Wicklinstorturm und der Neckartorturm wurden abgerissen. Lediglich die Hochwacht sicherte das Fortbestehen des Oberen Torturmes. Als diese 1841 auch eingestellt wurde, begann die Jahrzehnte anhaltende Diskussion um den Abriss. Mit knapper Stimmenmehrheit im Gemeinderat wurde 1880 die grundlegende Renovierung des Torturmes in Angriff genommen. Der Turm wurde vermietet, die Bewohner übernahmen die ehemalige Hochwächterpflicht des täglichen Mittagsläutens.

 

Als 1934 das Gefallendenkmal zu Ehren der Toten des Ersten Weltkrieges am Fuß des Torturmes aufgestellt wurde, entfernte man die Wappenmalerei an der Ostwand und brachte die nationalsozialistischen Hoheitszeichen an. Gleichzeitig erfolgte der zweite Fußgängerdurchbruch an der Südseite des Turmes. Der Durchgang an der Nordseite war schon 1929 entstanden.

 

Nach dem Ende der Schreckensherrschaft des Dritten Reiches dauerte es zehn Jahre bis der Torturm einen neuen Schmuck erhielt: ein Sgraffito mit appliziertem Bundesadler von dem Künstler Albert Klaiber.

 

Nach dem Tode der letzten Bewohnerin war der Obere Torturm lange Jahre ungenutzt. Die umfassende Erneuerung des Torturmes in den Jahren 2000/2001 mit der Wiederherstellung der alten Wappenbemalung gibt ihm seine alte Würde als Wahrzeichen der Stadt Marbach wieder und öffnet ihn den Bürgern und Besuchern der Stadt.

 

Eine Ausstellung auf fünf Ebenen erzählt die Geschichte des Oberen Torturmes und die der Marbacher Stadtbefestigung. Sie ist täglich von 11 - 17 (von November - März nur Mo - Fr) zugänglich. Näheres dazu entnehmen Sie bitte der Hinweistafel am Torturm.

Information & Kontakt:


Tourist-Information

Tel. 07144/102-250

Fax 07144/102-311
» E-Mail

 
 

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