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Leitbild


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Vorwort

 

Unser Leitbild ist das Ergebnis eines unter großer Bürgerbeteiligung durchgeführten Diskussionsprozesses mit einer Fülle von Veranstaltungen. Ein beachtlicher Teil unserer Bevölkerung hat sich dabei einbinden lassen. Die große Zahl der Mitwirkenden allein ist aber nicht entscheidend, sondern es kommt darauf an, dass alle hier lebenden Menschen die Chance haben, sich einzubringen.

 

Die in Marbach lebenden Menschen und ihre Gäste erhalten durch dieses Leitbild einen Eindruck davon, wie sich unsere Stadt in den nächsten Jahrzehnten entwickeln will. Der hohe Grad der Bürgerbeteiligung bei der gemeinsamen Erarbeitung unseres Leitbildes wird auch zu einer stärkeren Stadtidentität beitragen.

 

Nach der Präambel werden zu Beginn eines jeden Themenbereiches die allgemein formulierten Leitsätze vorangestellt. Die daraus abgeleiteten Ziele schließen sich in den nachfolgenden, durchnummerierten Absätzen an.

 

Dieses Leitbild wurde vom Gemeinderat der Stadt Marbach am Neckar am 24. Februar 2000 in öffentlicher Sitzung beschlossen.

 

Historischer Abriß

 

Die Stadt Marbach am Neckar wird im Jahr 972 erstmalig als Siedlung oberhalb des Neckars erwähnt.

 

Im Jahre 1009 wird Marbach von Kaiser Heinrich II. das Markt- und Münzrecht übertragen. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts folgt dann das Stadtrecht nach. In einer Urkunde von 1282 werden erstmalig die "Cives de Marbach" erwähnt, woraus auf Stadtrechte geschlossen werden kann.

 

1302 wird Marbach der Grafschaft Württemberg als Nordbastion angegliedert.

 

Von besonders großer Bedeutung ist auch die Geburt Friedrich Schillers am 10. November 1759 in Marbach. Im Zusammenhang damit ist auch die Gründung des Schiller-Nationalmuseums im Jahr 1903 zu sehen, wodurch Marbach eine besondere Bedeutung als Stadt des Schillergedenkens und der Literaturpflege erhalten hat.

 

Auch das renommierte wissenschaftliche Lebenswerk von Tobias Mayer prägt das Selbstverständnis von Marbach.

 

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert hat Marbach sich ohne größere überregionale Auffälligkeiten zu einer württembergischen Oberamtsstadt fortentwickelt.

 

Sein einzigartiges historisches Stadtbild verdankt die Stadt der Tatsache, dass seit dem 18. Jahrhundert keine ernsten Kriegsschäden aufgetreten sind.

 

Präambel zum Leitbild der Stadt Marbach am Neckar

 

Marbach am Neckar mit seinen Stadtteilen Rielingshausen, Hörnle, Eichgraben und Siegelhausen ist eine historisch gewachsene Stadt in der Region Stuttgart in attraktiver Landschaft mit einer hohen Wohn- und Lebensqualität.

 

Als Bürgerinnen und Bürger sehen wir in unserer Stadt ein aufgeschlossenes, sozial handelndes, wirtschaftsfreundliches und umweltbewusstes kommunales Gemeinwesen, das sich der Herausforderung stellt, die Lebensqualität für alle bei uns lebenden Menschen zu bewahren und - wo immer es möglich ist - zu verbessern. Wir brauchen dafür bürgerschaftliches Engagement, das sich an den Werten der Humanität und Solidarität ausrichtet, und auch den Willen zur Leistung bejaht.

 

In unserem Handeln tragen wir dem Gedanken der Nachhaltigkeit Rechnung. Wir tun alles, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen auch für künftige Generationen zu erhalten. Dabei fühlen wir uns dem Gedankengut der Agenda 21 verpflichtet und beachten den Zusammenhang zwischen der Wirtschaft und unserer Umwelt sowie den sozialen Lebensbedingungen.

 

Die kommunale Selbstverwaltungsstruktur in Marbach hat sich bewährt und bedarf deshalb einer umsichtigen Weiterentwicklung. Im Verhältnis zwischen der Kernstadt und den Stadtteilen Rielingshausen und Siegelhausen gilt der Grundsatz der Einheit in der Vielfalt.

 

Unsere liebenswerte Altstadt mit ihrer landschaftlichen Einbettung zwischen Weinbergen, Obstgärten und Ackerfluren sowie dem unverbaubaren Blick ins Neckartal teilen wir gern mit Gästen aus nah und fern. Wir ermuntern auch die Einzelhändler, Gastronomen und Hoteliers sich aktiv in den dafür notwendigen Prozess der positiven Präsentation einzubringen. Wir sehen dabei unsere Nähe zu den Städten Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn als Chance, Marbach am Neckar auf besondere Art zu profilieren.

 

Als Geburtsstadt von Friedrich Schiller und Sitzgemeinde des Deutschen Literaturarchivs sowie des Schiller-Nationalmuseums fühlen wir uns der deutschen Literatur besonders verbunden. Als Stadt der Literatur haben unsere Kultur und Geschichte für uns eine große Bedeutung. Wir sind aber auch offen für die Anforderungen der modernen Dienstleistungsgesellschaft.

 

Als Bürgerinnen und Bürger von Marbach sind wir stolz auf unsere Stadt und wollen stetig daran mitwirken, sie zukunftsgerecht weiter zu entwickeln. Zu den dafür notwendigen Veränderungen sind wir bereit. Das von uns gemeinsam erarbeitete Leitbild ist für uns ein Leitstern auf der Reise in die Zukunft, denn nur wer das Ziel weiß, kennt auch den Weg.

 

I. Wirtschaftliche Standortentwicklung, Bildung und Verwaltung

 

  • Bei der Gewerbeansiedlung sieht Marbach den Schwerpunkt seiner zukünftigen Entwicklung in umweltverträglichen Unternehmen und Betrieben sowie neuen Technologien.

  • Bei der notwendigen Stärkung des Dienstleistungssektors hat unsere Stadtverwaltung eine wichtige Vorbildfunktion.

  • In Marbach leben viele qualifizierte Fachkräfte, deren Wissenspotential für einen Gewerbestandort Marbach von großer Bedeutung ist.

  • Wir bekennen uns zu unserem vielfältigen schulischen und außerschulischen Bildungsangebot und sehen auch zukünftig darin einen wichtigen Standortfaktor.
  1. Bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben mit neuen Technologien legt Marbach besonderen Wert auf die qualitative Auswahl, eine mittelständische Struktur und eine möglichst hohe Zahl an Arbeitsplätzen. Der Produktion von Solarzellen kommt eine Wegbereiterfunktion für die Entwicklung eines zukunftsträchtigen, dynamisch angelegten Schwerpunktes im Bereich der Umwelttechnologien zu. Die begrenzte Fläche des Gewerbeparks auf dem ehemaligen EVS-Gelände rechtfertigt es, sich auf die Ansiedlung ergänzender mittelständischer Betriebe zu konzentrieren. Dabei streben wir die Zusammenführung innovativer Technologien und Dienstleistungen mit bereits vorhandenen Dienstleistern und Betrieben an.

  2. Wir gleichen unseren strukturellen Mangel an gewerblichen Arbeitsplätzen auch durch den schrittweisen Ausbau des Dienstleistungssektors aus. Unserer Stadtverwaltung kommt dabei die Rolle eines innovativen sowie service- und kundenorientierten Dienstleistungszentrums für öffentliche Aufgaben zu. Die Einführung eines neuen Steuerungsmodells ermöglicht mehr unternehmerisches Denken sowie mehr Dienstleistungs- und Kundenorientierung. Durch unser Verwaltungshandeln sind wir kompetenter Partner für die modernen, technologieorientierten Wirtschaftsbetriebe.

  3. Die Zentralitätsfunktion unserer Kernstadt stärken wir durch noch mehr Kommunikation und Kooperation, aber auch mehr Gemeinsamkeitsorientierung im Verhältnis zu unseren Stadtteilen. Wir entwickeln dadurch mehr Stadtbewusstsein, um aus der gemeinsamen Stadtidentität auch mehr Entwicklungschancen für einzelne Bereiche zu gewinnen. Unterschiede zwischen der Kernstadt und den Stadtteilen halten wir für ein positives Gestaltungspotential. Die Stadtteile erhalten ihre Eigenarten und werden in ihrer Entwicklung gefördert. Sie haben dabei soviel Autonomie wie möglich, die zentralen Versorgungsfunktionen kommen zum Tragen soweit wie nötig.

  4. Unsere schulische Vielfalt und das qualitativ hochwertige schulische Angebot profilieren Marbach als Schulstadt. In dem engen Zusammenwirken mit der Arbeitswelt sehen wir einen wichtigen Beitrag zu einer arbeitsmarktgerechten Ausbildung.

 

II. Tourismus, Einzelhandel, Innenstadtvermarktung, Kultur und Geschichte

 

  • Die Altstadt hat einen hohen Prägewert für unsere Stadt. Sie trägt wesentlich zu einem positiven Image und Lebensgefühl bei. Wir werden sie daher weiterentwickeln und mit noch mehr Leben erfüllen. Die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen werden wir verbessern. Wir erhöhen die Aufenthaltsqualität unserer Innenstadt insbesondere durch eine Anhebung der Angebote des Einzelhandels, der Gastronomie und der Hotellerie sowie der kulturellen Aktivitäten. Hierzu gehört auch ein städtebaulich abgestimmtes Nutzungskonzept unserer historischen Einzelgebäude und Plätze mit Schwerpunkt im Bereich von Burg- und Kelterplatz.

  • Der spätgotischen Alexanderkirche kommt in dem Ensemble historischer Gebäude ein hoher Stellenwert zu.

  • Als Geburtsstadt von Friedrich Schiller und Standort des Schiller-Nationalmuseums sowie des Deutschen Literaturarchivs versteht sich Marbach als "Stadt der Literatur".

  • Die Schillerhöhe als Standort unserer weit beachteten Literatureinrichtungen und der Stadthalle hat für unsere Stadtentwicklung eine besondere Bedeutung.

  • Aber auch andere bekannte Marbacher Persönlichkeiten wie Tobias Mayer, der sich als Kartograph und Astronom großes Ansehen erworben hat, prägen die Identität unserer Stadt.

  • Unsere städtische Kultur wird durch die Museen und das vielfältige Vereinsleben geprägt. Wir verhelfen ihr durch wirksamere Vermarktung zu noch mehr Beachtung bei den unterschiedlichen Zielgruppen.

  • Die attraktive Hügellandschaft von Marbach, die historische Altstadt, die umfangreichen Angebote in den Stadtteilen und die Wasseranbindung durch den Neckar sowie die überörtlichen Radwege bieten eine touristische Angebotsvielfalt mit hohem Entwicklungspotential, das in Verbindung mit Kulturangeboten und Einkaufserlebnissen in der Altstadt weiter erhöht wird.

  • Unser Stadtteil Rielingshausen trägt mit dem Weinbau- und Heimatmuseum in der historischen Kelter, der Persönlichkeit des Theologen Ludwig Hofacker, dem dörflichen Charakter sowie der landschaftlich reizvollen Lage zur Bereicherung der Kernstadtangebote bei und ergänzt diese.



  1. Die Selbstpräsentation unseres Einzelhandels muss durch ansprechendere Darbietung der Waren und attraktivere Sortimente verbessert werden. Auch durch lebendige Auslagen, buntere Geschäfte und einfallsreichere Schaufensterdekorationen werden die Animation und das Einkaufserlebnis erhöht. Unsere Einzelhändler brauchen Kundenbindung durch hochwertige Angebote und Produkte sowie herausragende Dienstleistungen. Wir benötigen verkaufsoffene Sonntage, längere, abgestimmte Öffnungszeiten und eine noch ausgeprägtere Profilierung Marbachs als Marktstadt in Verbindung mit kulturellen Events. Der Einzelhandel kann seine Marktposition verbessern, indem er sich durch Besetzung von Nischen gegenüber den größeren Städten der Umgebung positiv abhebt.

  2. Die Aufenthaltsqualität in der Altstadt wird zusätzlich belebt durch mehr Vielfalt in der Gastronomie und eine ausgeweitete Möblierung der Fußgängerzone sowie attraktive Caféangebote. Marbach braucht ein hochwertiges Hotel mit einem besonders qualifizierten Dienstleistungsangebot. Um sich als Marktstadt noch stärker zu profilieren, wird der Wochenmarkt vergrößert. Neue Zielgruppen aus den Ballungsräumen werden durch offensivere Selbstpräsentation erschlossen.

  3. Überhöhte Mieten im Einzelhandel verursachen langfristig den Geschäftsleerstand, weil nicht nur die jeweiligen Mieter mit ihrer Existenz zu kämpfen haben, sondern auch umsatzstarke Geschäfte sich zurückziehen, wenn der Einzelhandelsstandort abgewertet wird. Wir appellieren deshalb an die Hauseigentümer, die Bedingungen für Ladenbetreiber attraktiv zu gestalten.

  4. Als Stadt der Literatur messen wir an der Schwelle des 3. Jahrtausends der Kultur einen ganz besonderen Stellenwert bei. Wir versprechen uns von der Modernisierung der Literatureinrichtungen für die Schillerhöhe einen Entwicklungsschub, bei dem durch den Einsatz von Multimedia-Instrumenten weitere Zielgruppen angesprochen werden.

  5. Unser Ziel ist es, die nicht mehr zeitgemäße Stadthalle zu einem Multifunktionszentrum mit angeschlossenem Gastronomiebetrieb und einem in der Nähe befindlichen, gehobenen Hotelbetrieb auszubauen. Ein enges Zusammenwirken mit den bestehenden Literatureinrichtungen ist dabei unerlässlich, um insgesamt eine größere Breitenwirkung zu erzielen. Bei den anstehenden Veränderungen nutzen wir den Ideenreichtum der Bürgerbeteiligung im Stadtentwicklungsprozess.

  6. Wir werben um die Ansiedlung kleiner Verlage, Antiquariate und Literaturwerkstätten, um den Literaturbetrieb zeitgemäßer zu gestalten, zu verbreitern und dadurch besser zu vermarkten.

  7. Die Ausstrahlung des örtlichen Literaturbetriebes könnte durch die Einrichtung eines Stadtschreibers verstärkt werden, der sich als Kristallisationspunkt des kommunalen Literaturbetriebes versteht. Privates Sponsoring ist hierbei unverzichtbar.

  8. Wir präsentieren unsere kulturellen Angebote zielgruppenwirksamer, indem unsere Kulturträger und -veranstalter enger zusammenarbeiten sowie ihre Vielfalt und Qualität gezielt verbessern. Dabei werden auch Kleinkunstveranstaltungen und Straßenkultur-Events einbezogen. Die Selbstpräsentation gegenüber unseren Zielgruppen wird offensiver und dadurch wirksamer betrieben. Wir erhöhen die Außenwirkung auch durch Profilierung besonderer Veranstaltungsorte wie der Alexanderkirche und des ehemaligen Wasserkraftwerks, für dessen Herrichtung allerdings private Investoren notwendig sind.

  9. Marbach zieht aus einer bevorzugten landschaftlichen Lage stärkeren touristischen Nutzen, indem es sich offensiver nach außen vermarktet. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Stadt-Info-Ladens in der Altstadt. Die touristische Wahrnehmung der Altstadtkulisse wird durch die Begehbarkeit der Stadtmauer und des Torturmes erhöht. Kulturelle Events und anspruchsvolle gastronomische Angebote in den Kellern der Altstadt vergrößern die touristische Erlebnisintensität und -vielfalt.

  10. Durch die gemeinsame Außendarstellung unserer Museen erhöhen wir die touristische Attraktivität unserer Stadt.

  11. Als Stadt am Fluss ergreift Marbach die Chance, die Neckaranlegestelle zu einer touristischen Visitenkarte herzurichten. Wir erhöhen die Attraktivität des Neckarufers, um den Neckar auch als Naherholungsbereich stärker zu nutzen. Dazu gehört auch ein ansprechender Biergarten. Um die Erreichbarkeit der Stadt zu verbessern, legen wir Panorama-Wanderwege an, die zum Stadtbesuch einladen. Alle Möglichkeiten, das Neckarufer und die Altstadt attraktiv miteinander zu verbinden, werden in unsere weiteren Überlegungen mit einbezogen.

  12. Wir werten die touristische Attraktivität von Marbach auf, indem wir Wander-, Rad- und Erlebniswege unter Einbeziehung der Altstadtkulisse, der Gastronomiebetriebe, des Einzelhandels und der Museen anlegen und kennzeichnen.

 

III. Wohnen Soziales, Gesundheit und Freizeit


  • Marbach ist eine Stadt mit vielfältigem bürgerschaftlichen Engagement und einem guten Angebot sozialer und gesundheitlicher Einrichtungen.

  • Durch eine große Vereinsvielfalt und einen hohen Organisationsgrad in Vereinen verfügt Marbach über ein intaktes Gemeinschaftsleben. Das Vereinsleben hat eine wichtige kulturelle und sozial-integrierende Funktion. Das gilt besonders auch in den Stadtteilen.

  • Wir erkennen die wichtige Rolle der Vereine als Werbeträger für die Stadt nachdrücklich an und unterstützen sie in ihrer weiteren Profilierung.

  • Unsere christlichen Kirchen leisten durch ihr soziales Wirken einen hoch einzuschätzenden Beitrag zur Mitmenschlichkeit in unserer örtlichen Gemeinschaft. Daran gilt es auch in Zukunft anzuknüpfen.

  • Um die Wirksamkeit für das Stadtleben zu erhöhen und das private Engagement zu fördern, unterstützen wir die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle, die das Haupt- und Ehrenamt stärker als bisher zusammenführt.

  • Wir integrieren unsere Neubürgerinnen und Neubürger durch geeignete Angebote, ausführliche Informationen zur Stadt und die Einbeziehung in bürgerschaftliche Aktivitäten.

  • Über die zusammenführende Arbeit unserer Vereine hinaus bieten wir der jungen Generation vielfältige Möglichkeiten, sich mit der Stadt Marbach zu identifizieren.

  • Bevölkerungswachstum ist kein Selbstzweck. Marbach legt darum Wert auf die behutsame und ressourcenschonende Weiterentwicklung der Lebensqualität für alle Bevölkerungsteile. Hierbei gilt es, den jeweiligen Charakter der einzelnen Stadtteile und Quartiere zu bewahren.

  • Marbach versteht sich als familien- und kinderfreundliche Stadt, die in der Wohnumfeldgestaltung großen Wert auf die Bedürfnisse junger Menschen legt. Die Eigeninitiative und Mitarbeit von Eltern in Einrichtungen und bei der Betreuung von Spielplätzen bereichert das Zusammenleben.

  • Lebensqualität für alle bedeutet, dass auch behinderte Menschen in den Alltag der Stadt integriert sind.

  • Marbach ist seniorenfreundlich und bietet seinen älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern altersgerechte Lebens- und Wohnbedingungen.



  1. Wir fördern die nachbarschaftliche Selbsthilfe und entwickeln das Netz der Initiativen und Selbsthilfegruppen weiter, um das soziale Miteinander zu verdichten und die Identifikation mit dem örtlichen Gemeinwesen zu erhöhen.

  2. Die sportlichen Vereinigungen, Einrichtungen und Angebote werden stärker vernetzt, um den Sportbetrieb nach innen und außen noch wirksamer zu machen.

  3. Unsere Vereine leisten einen wichtigen sozialen, kulturellen und sportlichen Beitrag für unsere Stadt. Wir pflegen Gemeinsamkeit über soziale und ethnische Unterschiede hinweg.

  4. Die gute ärztliche Versorgung gilt es zu bewahren, und wo erforderlich, weiter auszubauen. Das Krankenhaus als Einrichtung der Grundversorgung ermöglicht uns wohnsitznahe stationäre Betreuung. Wir setzen darum alles daran, diese Einrichtung zu erhalten.

  5. Marbach hat eine ausgewogene soziale Infrastruktur und ein überdurchschnittliches Angebot verschiedener Schularten. Eine konstruktive Zusammenarbeit dieser Schulen, beispielsweise durch gemeinsame Projekte, dient dem Wohl aller Schüler. Diese Zusammenarbeit soll verstärkt werden.

  6. Marbach ist mehr als eine Stadt zum Wohnen und Schlafen. Darum brauchen wir die Identifikation und das Engagement auch unserer Neubürgerinnen und Neubürger. Wir binden sie ein, wo immer es möglich ist.

  7. Die Kinder und die Jugend sind unsere Zukunft. Darum brauchen wir Lebensverhältnisse, in denen die nachfolgende Generation sich wiederfindet und aufgehoben fühlt. Wir gestalten unsere Stadt so, dass sie auch jungen Menschen gerecht wird.

  8. Marbach versteht sich als eine behindertenfreundliche Stadt. Durch die Bereitstellung einer entsprechenden Infrastruktur in den öffentlichen Gebäuden und durch die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Behinderten bei allen kommunalen Planungen und Bauvorhaben werden die Interessen dieser Mitbürgerinnen und Mitbürger noch besser berücksichtigt.

  9. Wir legen Wert auf die Integration unserer ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und wissen andere kulturelle Werte als Bereicherung unseres Zusammenlebens zu schätzen.

  10. Wir fördern das konstruktive Zusammenleben der Generationen, indem wir um gegenseitiges Verständnis werben und gemeinsame Aktivitäten fördern.


  11. Wir haben die Grenzen des Wachstums erreicht. Jetzt geht es um behutsame Weiterentwicklung der Lebensqualität für alle Bevölkerungsgruppen.

 

IV. Verkehr, Infrastruktur, Region und Umwelt
 


  • Die Verkehrsanbindungen über die Schiene (S-Bahn), über die Autobahn und über das Wasser (Neckar) stellen die gute Erreichbarkeit der Stadt auf Dauer sicher und sind eine solide Basis für die weitere Entwicklung.

  • Ein attraktives und bedarfsorientiertes Angebot im ÖPNV soll gefördert werden, wobei besonders auf Familien, Kinder und Jugendliche sowie ältere und mobilitätseingeschränkte Personen zu achten ist.

  • Die große Belastung durch den Durchgangsverkehr zu reduzieren, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben, bei deren Umsetzung wir auch "vor großen Würfen" nicht zurückschrecken und um deren Finanzierbarkeit wir kämpfen werden.

  • Die Belange der Fußgänger werden in der Verkehrsplanung stärker berücksichtigt, wobei hier ein Schwerpunkt auf der Sicherheit liegen sollte.

  • Das Fahrrad dient nicht nur der Erholung, sondern ist auch ein Verkehrsmittel. Der Fahrradverkehr erhält deshalb bei uns einen höheren Stellenwert.

  • Grundsätzlich sind die Interessen aller Verkehrsteilnehmer als gleichberechtigt anzusehen und ergänzen sich gegenseitig zu einem Gesamtverkehrssystem. Dabei übernehmen die einzelnen Verkehrsträger je nach Stärken und Eigenschaften ihre jeweiligen Aufgaben. Eine optimale, bevölkerungsfreundliche und umweltschonende Mobilität muss das Ziel sein.

  • Marbach ist eine attraktive Stadt mit hoher Lebensqualität am Rande der Verdichtungsräume Stuttgart, Ludwigsburg und Heilbronn. Aus dieser Lage im Grünen gilt es Vorteile zu ziehen und zu erhalten.

  • Marbach erhöht seine regionale Bedeutung durch interkommunale Kooperationen und stärkt dadurch seine Wirtschaftskraft.

  • Die Erhaltung und behutsame Gestaltung unserer Umwelt sehen wir als lebenswichtige Aufgabe an. Wir bekennen uns darum zum Grundsatz der Nachhaltigkeit im Umgang mit den natürlichen Ressourcen, um auch den nachfolgenden Generationen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

  • Beim Schutz unserer Landschaft kommen der Bewahrung naturnaher Flächen und der umweltgerechten Pflege unserer Kulturlandschaft ein hoher Stellenwert zu.



  1. Wir profitieren von unserer guten Verkehrsanbindung als Wohn- und Wirtschaftsstandort, indem wir die Nähe zu den Ballungsräumen als Vorteil begreifen. Daran anknüpfend setzen wir uns für den Weiterbau der S-Bahn nach Backnang ein und unterstützen das Bottwartalbahn-Projekt.

  2. Zur Entlastung vom Durchgangsverkehr sind Umgehungsalternativen notwendig. Auch visionäre Lösungen sind überlegenswert. Für deren Umsetzung treten wir ein.

  3. Unser innerstädtisches Parkraumangebot wird weiter optimiert. Dazu gehört auch ein gut funktionierendes Park-Informations-System.

  4. Das Bottwartal, das Murrtal und das Neckarufer sowie die Verbindungen innerhalb der Stadt und in die Stadtteile bieten geeignete Voraussetzungen für den auszubauenden Fahrradverkehr.

  5. Die zentralörtlichen Funktionen im Gemeindeverwaltungsverband, in den Zweckverbänden und bei der Gesundheitsversorgung, insbesondere aber auch im schulischen Bereich, verstärken wir durch interkommunale Kooperationen.

  6. Wir erhalten und pflegen die verbliebenen Naturareale, die im landschaftlich attraktiven Neckarbereich auch für Formen des sanften Tourismus verstärkt genutzt werden. Die ökologischen Funktionen erhöhen wir durch wirksamere Biotopvernetzungen.

  7. Die Landwirtschaft und der Weinbau in unserer Umgebung spielen, neben der Erzeugung gesunder Nahrungsmittel, bei der Landschaftspflege eine wichtige Rolle, die in ihrer ökologischen Auswirkung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

  8. Wir verbessern die ökologische und klimatische Innenstadtsituation durch weitere Flächen- und Fassadenbegrünungen. Privatinitiative von Hauseigentümern ist dabei ausdrücklich erwünscht.

  9. Marbach hat in den aktuellen Planungen die Grenzen des Siedlungswachstums erreicht. Bei der Flächennutzung achten wir darauf, dass mit den verbliebenen Restflächen sorgsam umgegangen wird. Dem Grundsatz der Nachhaltigkeit zu folgen bedeutet für uns, die natürlichen Lebensgrundlagen auch für nachfolgende Generationen zu erhalten und die Wechselwirkungen zwischen Umwelt, Wirtschaft und den sozialen Lebensbedingungen bei der Weiterentwicklung unserer Stadt zu beachten.
 

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