Seiteninhalt

Sie sind hier: Home - Kultur & Bildung - Stadtarchiv - Jahresberichte - Jahresbericht 2014

Jahresbericht 2014

Sachverhalt:

1.    Benutzung des Archivs (in Klammern Vorjahreszahlen)

Das Stadtarchiv wurde im Jahr 2014 von 86 (65) Benutzern besucht. Da einzelne Benutzer mehrfach die Dienste in Anspruch nahmen, ergeben sich insgesamt 153 (115) Archivbenutzungen. Damit hat sich die Anzahl der Benutzer, sowohl der Erstbenutzer, als auch der Mehrfachbenutzer, stark erhöht und einen neuen Rekordwert erreicht.
Dasselbe gilt für die Anfragen an das Stadtarchiv von außerhalb sowie durch die Verwaltung selbst. Neben zahlreichen telefonischen Auskünften wurden vom Stadtarchiv im Berichtsjahr insgesamt 198 (142) Anfragen, davon 188 (124) als E-Mail, beantwortet. Fast alle Anfragen wurden direkt vom Archivar beantwortet. Die Inanspruchnahme von Schreibkräften war praktisch nicht mehr notwendig. Über telefonische Anfragen und Auskünfte wurden keine Vermerke gemacht.
Die stark gestiegene Anzahl der Benutzer und Anfragen hat wohl folgenden Gründe:
- Das historische Interesse hat allgemein zugenommen
- Die Bestände des Stadtarchivs sind, beispielsweise durch Vereinsarchive, Nachlässe und Schenkungen weiter angewachsen und zudem besser erschlossen
- Durch die neue Personenstandsgesetzgebung müssen zunehmend mehr Akten des Standesamtes an das Stadtarchiv abgegeben werden, das damit auch die diesbezüglichen Anfragen beantworten muss.

 

2.    Schriftgutverwaltung

 

      Die Schriftgutverwaltung wurde im Berichtsjahr weiter verbessert, obwohl durch viele Benutzer und Anfragen wenig Zeit dafür vorhanden war. Insbesondere wurde die Vorordnung der älteren Akten sowie der Nachlässe, Deposita, Vereins-, Firmen- und Parteiarchive abgeschlossen. Die inhaltliche Erschließung ist nach wie vor nur im Rahmen von Abschlusspraktika zum gehobenen Archivdienst möglich. Hier wurde im Berichtsjahr von Frau Katja Geisler der Nachlass Otto Kleinknecht verzeichnet und mittels Findbuch erschlossen. Weiter verzeichnete Frau Geisler Akten über Wohnungsbauförderung nach dem Zweiten Weltkrieg, die vom Kreisarchiv Ludwigsburg übergeben wurden.
Weiteren amtlichen Zuwachs erhielt das Archiv auch durch Unterlagen des Standesamtes.
Erneut wurden auch mehrere Kartons mit Akten ohne rechtliche und historische Bedeutung kassiert. Dadurch konnten aus der Registratur wieder rund 30 Kartons Akten übernommen werden (bisher allerdings noch nicht ausgepackt und bewertet). Die Registratur wird fachlich vom Stadtarchiv angeleitet und beraten.
Inzwischen sind fast alle Kartons seit der Wiedereinlagerung 2009 ausgepackt. Vor allem die musealen Gegenstände müssen aber noch vorgeordnet und ver-staut werden. Dies soll im laufenden Jahr geschehen, wobei auch Aussonderungen stattfinden werden.

 


3.    Bibliothek, Sammlungen, Nachlässe, Deposita und Spenden


Die Archivbibliothek wurde durch Kauf, Tausch und Schenkung neuer und antiquarischer Bücher erweitert. Die Dienstbibliothek wird seit 2011 durch Dietmar Schmidt aus Erdmannhausen ehrenamtlich katalogisiert. Herr Schmidt ist im Regelfall zweimal pro Woche ca. 4 Stunden im Archiv. Erneut wurden einige Kartons mit Büchern an die Karlshöhe Ludwigsburg abgegeben.
Auch bestehenden Sammlungen wurden ergänzt. Die Zeitungsausschnitt- und Plakatsammlung wurde im Berichtsjahr ergänzt und durch die Auszubildenden Lea Keppler und Eva-Maria Jung kontinuierlich verzeichnet und geordnet. Als ganze Zeitung wird der Lokalteil der Marbacher Zeitung sowie der Marbach-/Bottwartalteil der Ludwigsburger Kreiszeitung gesammelt.
Die aktuelle Foto- und Filmdokumentation von Ereignissen und baulichen Veränderungen wurde durch das Archiv selbst sowie ehrenamtlich durch die Herren Roland Greiner und Manfred Widler durchgeführt. Die historische Fotosammlung erfuhr im Berichtsjahr durch die ehrenamtliche Arbeit von Brigitte Diemer eine kontinuierliche Weiterverzeichnung.
Aktuelle Bilder des Jahres 2014 wurden für die Personalversammlung und die Schlusssitzung des Gemeinderates zur Verfügung gestellt. Mehrere tausend Dias wurden von Frau Keppler, Frau Jung und Herrn Greiner in Sichthüllen eingeordnet und beschriftet.
Ein Großteil neuerer und alter Filme wurde digitalisiert. Kontinuierlich werden Restaurierungsarbeiten durchgeführt.
Die Sammlungen wurden nicht nur durch Neuerwerbungen, sondern auch durch Sachspenden und Dauerleihgaben ergänzt. Das Stadtarchiv wurde im Jahr 2014 von 15 Personen mit Sachspenden bedacht. Dazu gingen noch einige Geldzuwendungen ein.
Vom Kreisarchiv Ludwigsburg erhielt das Stadtarchiv Akten zur Wohnungs-bauförderung nach dem Zweiten Weltkrieg (gleich verzeichnet durch Frau Geisler) sowie Dubletten der Ludwigsburger Zeitung.

 

4.    Museale Aktivitäten

Vom Stadtarchiv werden das Technische Kulturdenkmal Ölmühle und das Dorfmuseum Kelter Rielingshausen fachlich mitbetreut. In Rielingshausen ist das Museum allerdings weiterhin geschlossen und bedarf keiner Betreuung. Das Stadtarchiv hat aus Sicherheitsgründen den Schwurstab der Gemeinde in ins Archiv übernommen. Das technische Kulturdenkmal Ölmühle Jäger bestand im Berichtsjahr seit 20 Jahren. Herr Fritz Jäger ist nach wie vor als Eigentümer sehr aktiv. Am Mühlentag (Pfingstmontag) am Tag des offenen Denkmals fanden Sonderöffnungen und Vorführungen statt.
Das Stadtarchiv pflegt und verwahrt museale Bestände, die für ein späteres Stadtmuseum verwendet werden können. Schenkungen werden in Auswahl angenommen, während der Ankauf musealer Objekte praktisch eingestellt wurde. Für Großexponate dient schon viele Jahre ein kostenloses Lager bei Albrecht Gühring in Möglingen. Im Rahmen der Bestandserhaltung wurde damit begonnen, die Einrichtung aus Schillers Geburtshaus (Umbau 1859) restaurieren zu lassen.
2014 wurde die Hochvitrine im Rathausfoyer erstmals museal bestückt. Hier sol-len künftig kleine Ausstellungen aus aktuellem Jubiläumsanlass oder Neuerwerbungen des Stadtarchivs für jeweils einige Wochen gezeigt werden.


5.    Historische Bildungsarbeit

Die historische Bildungsarbeit stößt aus personellen Gründen ständig an Grenzen. Leider war es daher nicht möglich, eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg zu gestalten. Lediglich zu einer kleinen Ausstellung in der Hochvitrine im Rathausfoyer hat es gereicht.
Erfreulicherweise konnten im Berichtsjahr auch wieder Schülergruppen betreut werden.
Sehr bedauerlich ist die Einstellung sämtlicher publizistischer Tätigkeiten der Stadt und des Schillervereins. So musste eine Gabe für die Partner im Schriften-tausch von außerhalb beschafft werden (Christa Lieb: Emilie von Marbach. Ein Kriminalfall aus dem Jahr 1850). Als Publikationsorgan dienen ersatzweise die Marbacher Zeitung, die Ludwigsburger Geschichtsblätter und die Beilage „Hie Gut Württemberg“ der Ludwigsburger Kreiszeitung.

a) Dienstliche Vorträge, Führungen und Publikationen

•    10.4. Magazinführung für zwei Schülergruppen von Herrn Hans-Jörg Gerste (Lehrer an der Berufsschule Römerhügel in Ludwigsburg und Marbacher Bürger)
•    14.6. Stadtführung für den Schwäbischen Heimatbund anlässlich der Mitgliederversammlung in Marbach
•    23.6. Vortrag beim Schillerverein: 500 Jahre Bauernaufstand „Armer Kon-rad“ in Marbach und Umgebung“
•    24.6. Englische Führung für Gäste des Bürgermeisters
•    2.7.Vortrag Schriftgutverwaltung intern für Verwaltung
•    12.8. – 15.10. Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in der Hochvitrine im Rathausfoyer
•    29.9. Marbacher Männergespräche Vortrag „Armer Konrad“
•    4.10. Vortrag in der Stadtkirche zur Aufstellung der Heiligenfiguren
•    Vorbereitung/Entwurf des Archivflyers

Am 8.5. veranstaltete das Stadtarchiv einen Vortrag zum 120-jährigen Jubiläum der Bottwartalbahn mit Wolfgang Berner und Hans-Joachim Knupfer.

b) Sonstige Projekte und Aufgaben

•    Verlegung des Stolpersteins für Pauline Stiegler
•    Marbacher Schillerverein: Teilnahme an den Vorstandssitzungen am 24.2. und 20.10. sowie an der Mitgliederversammlung am 24.3.
•    Unterstützung Fa. Kiefer/Krause bei Namens- und Wappenfindung Vogt-keller in der Strohgasse
•    Vorbereitung der Verabschiedung von Dr. Walter Bogner als Gemeinderat
•    Entwurf eines Erläuterungstextes für den Gedenkstein der Vertriebenen auf der Schillerhöhe
•    Unterstützung kultureller (Kulturforum) und touristischer Aktivitäten
•    Betreuung von Frau Fenja Sommer bei ihrer Promotion „Die Schillerrezeption in Marbach im Dritten Reich“
•    Fachliche Betreuung der Stadtführer, Stadtführertreffen am 10.2.

c) Fortbildung

•    Teilnahme an zwei Sitzungen des AK Digitale Medien in kleinen Archiven
•    15. und 16.4. Excel-Schulung
•    9.4. Treffen der AG hauptamtlicher Archivare im Städtetag Baden-Württemberg
•    8.7. Fortbildung zu Dokumenten-Management-Systemen (DMS)
•    17.7. Fortbildung zum Digitalen Magazin (DIMAG)
•    11.11. Fortbildung als Ersthelfer
•    12. – 14.11. Fortbildungsseminar der Bundeskonferenz der Kommunalar-chivare
•    9.12. Augias-Anwenderschulung (Verzeichnungsprogramm)

d) Private Tätigkeiten betr. Marbach und Umgebung (Auswahl)

•    Viermal „Kulinarische Nachtwächterführung“, gemeinsam mit Eberhard Hubrig (Schiller-VHS)
•    26.3. Reiseleiter für den Schwäbischen Heimatbund: In Stein gehauen – Epitaphien und Hausmarken als genealogische und kunstgeschichtliche Quellen (Leonberg, Markgröningen und mit Marbach, hier Hausmarken und Epitaphien in der Alexanderkirche)
•    22.9. Tätigkeit als Zweitgutachter an der FH Potsdam für die Bachelorarbeit von Frau Andrea Majer, Vaihingen an der Enz
•    16.10. Englisch-Deutsche Schillerführung für das internationale Semester der PH Ludwigsburg
•    16.10. Teilnahme am Gästeführer-Workshop der Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal
•    5.11. Reiseleiter für den Schwäbischen Heimatbund: Der Bauernaufstand „Armer Konrad“ – Der „kleine Mann“ erhält erstmals eine Stimme (Böblingen, Bad Urach, Marbach)
•    Mehrere Beiträge in „Hie Gut Württemberg“. Historische Beilage zur Ludwigsburger Kreiszeitung

 

6.   Personal

Frau Lea Keppler absolvierte im Stadtarchiv seit September 2011 eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv. Sie beendete ihre Ausbildung erfolgreich (mit Belobigung) am 10.7.2014.
Frau Eva-Maria Jung begann am 2.9. ihre Ausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv im Stadtarchiv Marbach. Frau Katja Geisler absolvierte im Stadtarchiv Marbach von 2. April bis Anfang September ihr Abschlusspraktikum für den gehobenen Archivdienst des Landes Baden-Württemberg.

Ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen:
•    Frau Brigitte Diemer verzeichnete an 17 Tagen Fotografien
•    Herr Dietmar Schmidt, Erdmannhausen, katalogisierte an 36 Tagen Teile der Archivbibliothek
•    Roland Greiner und Manfred Widler dokumentierten bauliche Veränderungen im Stadtbild sowie Ereignisse. Herr Greiner soriterte dias in sichthüllen ein und beschriftete diese.

Praktika absolvierten:
•    12.3. Zeno Feiler (FSG)
•    4.4. Natalie Schall (Staatsarchiv Ludwigsburg)
 

7. Ausschau

Folgende Marbach, Rielingshausen und Siegelhausen betreffende Jubiläen stehen bis 2020 an (in Klammern allgemeine Jubiläen):

2015
(200 Jahre Wiener Kongress/Ende der Napoleonischen Kriege)
175 Jahre Landwirtschaftlicher Verein
60 Jahre Deutsches Literaturarchiv
50 Jahre Besuch Königin Elisabeth II.
25 Jahre Städtepartnerschaft Washington
25 Jahre Neuer Sportplatz bei der Stadionhalle
25 Jahre hauptamtliche Besetzung des Stadtarchivs
(25 Jahre Wiedervereinigung)
 

2016
50. Jahrestag 10.000 Einwohner (20. Juli)
25 Jahre Bezug Neues Polizeigebäude

2017
(500 Jahre Reformationsbeginn)
200. Geburtstag Ottilie Wildermuth
50 Jahre Hermann-Zanker-Bad
25 Jahre Einweihung der renovierten Kelter in Rielingshausen
25 Jahre Kernzeitenbetreuung
25 Jahre Kompostieranlage beim Gruppenklärwerk

2018
(400 Jahre Beginn des Dreißigjährigen Krieges)
300 Jahre Kelterneubau in Rielingshausen
(100 Jahre Kriegsende 1. Weltkrieg)

2019
700 Jahre Ersterwähnung der Stadtkirche
Vor 200 Jahren kommt Ottilie Rooschüz, später verheiratete Wildermuth nach Marbach
75 Jahre Bombenabwurf über Siegelhausen
50 Jahre Anschluss Marbachs an die Landeswasserversorgung

2020
550. Geburtstag Alexander Seitz
500. Geburtstag Anastasius Demmler
300 Jahre Hinterbirkenhof
300 Jahre Schulhaus in Rielingshausen
50 Jahre Gruppenklärwerk Häldenmühle
50 Jahre Realschule
50 Jahre Fertigstellung Neubau Gymnasium

 

 

Den 14.1.2015                                                   Albrecht Gühring

                                                                              Stadtarchivar

 

Metanavigation