Schillerpreis

Geschichte

Erste Verleihung 1959


Zur zweihundertsten Wiederkehr des Geburtstages von Friedrich Schiller hatte der Gemeinderat seiner Heimatstadt Marbach am Neckar am 10. September 1959 beschlossen, alle zwei Jahre einen Preis für eine hervorragende Arbeit auf dem Gebiete der Landeskunde von Württemberg auszusetzen. Dies geschah in dem Bewusstsein, durch besondere Würdigung eines wissenschaftlichen Werkes über unsere Heimat den großen Sohn der Stadt zu ehren.

 
Erweiterung der Kriterien im Schillerjahr 2009

Anlässlich des Schillerjahres 2009 erweiterte der Gemeinderat die Kriterien. Der Preis geht seither an Persönlichkeiten, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet sind.

Schiller

Dichter der Freiheit

Friedrich Schiller war ein geistiger Weltbürger, dessen Denken keine politischen Grenzen kannte. Seine größte öffentliche Wirkung hat er durch seine Dramen und Gedichte erzielt. Sie sind bis heute in der Volkssprache und im Volksgedächtnis tief verwurzelt. In seinen Werken spielen die Erringung der Freiheit, ihre Verteidigung und auch der verantwortliche Umgang mit ihr eine zentrale Rolle. Deshalb gilt Friedrich Schiller in Deutschland und weit darüber hinaus nach wie vor als der Dichter der Freiheit.

Nicht weniger tiefgründig sind aber auch seine historischen und philosophischen Arbeiten, die ihn als einen Repräsentanten der Aufklärung und Vertreter eines an der sozialen Wirklichkeit geschulten Idealismus erscheinen lassen.


Info

Verleihung 2019

Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar 2019 wurde am 10. November, dem 260. Geburtstag Friedrich Schillers, an Christiane Nüsslein-Volhard verliehen. Bürgermeister Jan Trost überreichte den mit 10.000 Euro dotierten Preis in einem öffentlichen Festakt in der Stadthalle Schillerhöhe. Die Laudatio hielt der Berliner Kunsthistoriker und Schillerpreisträger 2017, Horst Bredekamp.

Das Lebenswerk von Christiane Nüsslein-Volhard gilt der Erforschung der genetischen Steuerung der Entwicklung der Eizelle und des Embryos der Taufliege Drosophila melanogaster. Zu ihren wichtigsten Entdeckungen gehören Gene, die die Entwicklung von Tier und Mensch steuern. 1995 erhielt sie gemeinsam mit Eric Wieschaus und Ed Lewis den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie.

Ein wichtiges Anliegen der Tübinger Entwicklungsbiologin und studierten Biochemikerin ist die Vermittlung der Entdeckungen auf den Gebieten der Gentechnik sowie der Embryonen- und Stammzellforschung und deren Bedeutung für die Zukunft des Menschen. Von 2001 bis 2006 gehörte sie dem Nationalen Ethikrat der Bundesregierung an. 2004 gründete sie die Christiane Nüsslein-Volhard Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen mit Kindern.

Preisgericht

Das Preisgericht des Schillerpreises der Stadt Marbach am Neckar besteht aus einem Kollegium von sieben Mitgliedern. Es setzt sich zusammen aus:

  • dem/der Direktor/in der Deutschen Schillergesellschaft
  • dem/der Landeshistoriker/in der Universität Tübingen
  • einem/einer Vertreter/in der Philosophie
  • einem/einer Vertreter/in der Theaterwissenschaften
  • einem/einer Vertreter/in der Medizin und der Naturwissenschaften
  • einem/einer Vertreter/in der Stiftung Weimarer Klassik
  • dem Bürgermeister der Stadt Marbach am Neckar

Vorsitzender des Preisgerichts ist der Bürgermeister der Stadt Marbach am Neckar.


Jury