Mitmach-Garten für ALLE

Ziel

Ziel ist es, auf einem Teil des von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück (insg. 1750 m2) einen Nutzgarten anzulegen. Das Grundstück soll - wie im Moment auch - öffentlich zugänglich sein. Verfolgt wird die Idee, den Garten gemeinschaftlich und biologisch zu bepflanzen, zu pflegen und zu ernten. Städte wie Freiburg und Andernach zeigen, dass dies möglich ist (dazu später mehr). 


PRINZIP DER GEMEINSCHAFT

Organisiert und koordiniert wird der Garten von einer Steuerungsgruppe, die sich regelmäßig trifft und um die herum sich hoffentlich eine große Anzahl von Helfern   formiert. Auf den Treffen werden Ideen gesammelt, Vorhaben und Handlungsbedarf festgehalten. Auch ohne an den Treffen teilzunehmen soll die Möglichkeit bestehen, sich vor Ort im Garten einzubringen, anzupflanzen oder zu ernten. Neben offiziellen Aktionen und Arbeitsprojekten basiert die Arbeit im Garten also immer auch auf Einzelinitiativen. Wer beispielsweise Setzlinge übrig hat, kann einmalig und ohne Absprache vorbeikommen und diese pflanzen - ebenso kann geerntet werden, ohne selbst gepflanzt zu haben. Größere Eingriffe und Vorhaben werden erst nach Absprache mit der Stadt angegangen. Ansprechpartner und Schnittstelle ist hierbei Ehrenamtsbeauftragte Frau von Smercek.
Die Gründung eines Vereins ist vorerst nicht geplant.

Aufbau des Gartens

Das Gelände ist 1750 m2 groß und leicht abschüssig (Skizze mit ungefähren Maßen siehe Anhang). Es liegt unweit der Schillerhöhe, südlich des Collegienhauses (DLA). Oberhalb liegt der ebenfalls für Bürger  frei zugängliche Obstgarten von Schillers Vater, sodass ein schönes Ensemble entsteht. Da das Grundstück sehr groß ist, soll vorerst 1/3 des Geländes bearbeitet werden. Um Anwohner  des nahe gelegenen Wohngebietes möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird der untere Teil der Wiese (Richtung Neckar) bestellt. Der genutzte Teil wird nach und nach mit verschiedenen Zaunelementen eingefasst (beispielsweise mit Weiden, Sträuchern, Sonnenblumen, o.ä.).
Drei Elemente sind in Planung: mehrjährige Sträucher (z.B. Felsenbirne und andere Beerensträucher), Hochbeete (Kombination aus Gemüse und Kräutern) und  Bodenbeete. Für die Bodenbeete ist das Pflügen des entsprechenden Wiesenteils nötig; diese größere Aktion wird allerdings erst im Herbst stattfinden.

Finanzierung

Es ist Aufgabe der Gartengruppe, sich gemeinsam um finanzielle Mittel zu kümmern bzw. gemeinhin finanzielle Aufwände in Aufwände anderer Art (Zeit, Arbeitskraft) umzuwandeln. Sowohl Gerätschaften als auch Pflanzen werden von den Gärtnern  selbst gestellt. Fehlt es an Mitteln, wird dies in der Zeitung und auf anderen Wegen (siehe Punkt Kommunikation) bekannt gegeben und nach Lösungen gesucht. Ziel ist, vorhandene örtliche Netzwerke aufzubauen und zu nutzen und so möglichst viel aus eigener Kraft entstehen zu lassen.  Auch die Einbeziehung von Unternehmen, Sponsoring und Crowdfunding-Aktionen ist denkbar und möglich.


Kommunikation

Die Kommunikation läuft sowohl über die lokale Presse als auch online. Größere Aktionen und Unterstützungsgesuche werden in der Zeitung geschaltet. Sonstige Koordination findet auch via E-Mail und Facebook statt.


Gesellschaft und Nachhaltigkeit - Vorteile und Vorbildstädte

Der Stadtgarten birgt eine Vielzahl von Vorteilen. Es ist eine fatale Tatsache, dass Deutschland, jede Stadt, jeder Einzelne  von uns, das im Rahmen der Pariser-Verträge festgelegte CO2-Aufkommen um Mengen überschreitet. Bereits im März hat Deutschland das zulässige CO2-Kontingent für 2018 verbraucht. Wir müssen einen Weg finden, klimaneutraler und energieärmer zu leben. Ein Stadtgarten bietet die Möglichkeit, CO2-Fußabdrücke zu verkleinern, wenn auch nur in geringem Maße. Er kann Teil einer ökologisch vertretbaren Lebensweise sein. Jeder Kürbis, der vor Ort wächst, ist ein besserer Kürbis. Jeder Kräuterbund, der im Marbacher Stadtgarten geschnitten werden kann, muss nicht in Hartplastikverpackung aus China antransportiert werden. Vor allem Kindern kann so gezeigt werden, was getan werden muss, um ernten zu können. Neben Spaß schafft das ein Bewusstsein für die Arbeit, die in Lebensmitteln steckt und hoffentlich einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt.
Ein offener Stadtgarten vereint internationale und intergenerationale Ansätze. Dies kann zu Konflikten führen - oder/und zu mehr Gemeinschaftsgefühl. Der oft gehegten Befürchtung von möglichem Vandalismus sind viele gute Beispiele entgegenzusetzen (-> Verweis auf Bücherschrank Marbach). Das Konzept des "Urban Gardenings" hat bereits viele Städte ergriffen. Die Idee kommt aus der englischen Stadt Todmorden, im holländischen Groningen ist es inzwischen erlaubt, jede ungenutzte öffentliche Freifläche selbst zu bepflanzen. Vorzeigestadt ist auch Andernach, das beweist, dass auch die Ernte für alle ohne große Steuerungs- und Sanktionsprozesse funktioniert. Andernach allerdings stärkt den Garten auch stark von städtischer Seite, beschäftigt zum Beispiel Gärtner.