Jahresbericht 2017

Sachverhalt:

 

1. Benutzung des Archivs (in Klammern Vorjahreszahlen)

 

Das Stadtarchiv wurde im Jahr 2017 von 61 (65) Benutzern besucht. Da einzelne Benutzer mehrfach die Dienste in Anspruch nahmen, ergeben sich insgesamt 105 (141) Archivbenutzungen. Damit ist die Anzahl der Erstbenutzer leicht gesunken. Der Rückgang bei den Benutzungen insgesamt resultiert aus den stark gesunkenen Benutzungszahlen eines einzelnen Benutzers, der aber trotzdem 19 Mal im Archiv war.
Ebenfalls leicht abgenommen haben die Anfragen an das Stadtarchiv von außerhalb sowie durch die Verwaltung selbst. Neben zahlreichen telefonischen Auskünften wurden vom Stadtarchiv im Berichtsjahr insgesamt 194 (199) Anfragen, davon wurden 182 (188) per E-Mail, beantwortet. Auch 2017 haben die Anfragen aus der eigenen Verwaltung erneut zugenommen.
Fast alle Anfragen wurden direkt vom Archivar beantwortet. Die Inanspruchnahme von Schreibkräften war damit praktisch nicht mehr notwendig. Über telefonische Anfragen und Auskünfte wurden keine Vermerke gemacht.

2. Schriftgutverwaltung

 

Die Altregistratur von 1965 bis 2005, die sich als Zwischenarchiv im Stadtarchiv befindet, wurde weiter von Ordnern in Archivboxen umgebettet. Leider erfolgte die Lieferung der Boxen sehr spät, sodass noch etliche Rückstände sind. Dies gilt auch für die Zusammenführung von Boxen, die nicht voll sind.

Etliche einzelne Akten und sogar Einzelblätter sind schon vor Jahren ohne Aktenzeichen ins Archiv gekommen. Die Zuordnung und Vergabe von Aktenzeichen ist hier sehr zeitintensiv und konnte daher bisher noch nicht bewerkstelligt werden.

Eine große Ablieferung an amtlichem Schriftgut (40 Umzugskartons) erhielt das Archiv aus der Registratur (Akten vor 2005). Diese Akten müssen noch umgebettet und eingeordnet werden. Die üblichen Ablieferungen gemäß Personenstandsgesetz kamen vom Standesamt.
Etliche laufende Meter Akten ohne rechtliche und historische Bedeutung wurden kassiert.
In den Beständen befinden durch Schimmel, Feuchtigkeit oder Insektenfraß beschädigte Archivalien, die im Rahmen der Bestandserhaltung kontinuierlich restauriert werden. Oft sind die Schäden von außen nicht sichtbar und werden zufällig entdeckt.

Leider konnten die wertvollen Marbacher Altbestände von ca. 1693 bis ca. 1965 aus Zeitmangel immer noch nicht verzeichnet werden. Dies ist nach wie vor sehr misslich.

Im Berichtsjahr ging die erste Lieferung des neuen kommunalen Aktenplans 21 ein. Er enthält neue Aktenzeichen, aber auch Umbenennungen bisheriger Aktenzeichen, sodass bei der Einführung ein Schnitt notwendig sein wird.

Es ist damit zu rechnen, dass spätestens 2019 erste digitale Bestände vom Rechenzentrum übernommen werden müssen. Für die dazu notwendige digitale Langzeitarchivierung werden bereits jetzt Vorbereitungen getroffen. Auch ist künftig vermehrt mit Hybridakten zu rechnen, also Akten, die sowohl Papier, als auch digitale Datenträger enthalten.

Ein Teil der Mikrofilmbestände sowie Videofilme und andere Filme wurden digitalisiert.

 

3. Archivbibliothek Sammlungen und nichtamtliches Schriftgut (Vereinsarchive, Nachlässe, Schenkungen usw.)

 

Die Archivbibliothek wurde durch Kauf, Tausch und Schenkung neuer und antiquarischer Bücher erweitert. Die Dienstbibliothek wird seit 2011 durch Dietmar Schmidt aus Erdmannhausen ehrenamtlich katalogisiert. Herr Schmidt ist im Regelfall zweimal pro Woche ca. 4 - 6 Stunden im Archiv. Er arbeitete 2017 an 56 Tagen für uns. Erneut wurden zahlreiche Dubletten und nicht relevante Bücher ausgeschieden.
Die Zeitungsausschnitt-, Ansichtskarten- und Plakatsammlung wurde im Berichtsjahr wie üblich ergänzt und durch die Auszubildende und Ehrenamtliche kontinuierlich verzeichnet und eingeordnet. Der Lokalteil der Marbacher Zeitung sowie der Marbach-/Bottwartalteil der Ludwigsburger Kreiszeitung werden bisher gebunden gesammelt. Eine digitale Aufbewahrung ist in Planung.

Die aktuelle Foto- und Filmdokumentation von Ereignissen und baulichen Veränderungen wurde durch das Archiv selbst sowie ehrenamtlich durch die Herren Roland Greiner und Manfred Widler durchgeführt. Die historische Fotosammlung erfuhr im Berichtsjahr durch die ehrenamtliche Arbeit von Brigitte Diemer eine kontinuierliche Weiterverzeichnung. Frau Diemer war 2017 an 20 Tagen im Archiv. Sie arbeitet ca. fünf Stunden pro Tag. Aktuelle Bilder des Jahres 2017 wurden für die Personalversammlung und die Schlusssitzung des Gemeinderates zur Verfügung gestellt.

Die Sammlungen wurden durch Neuerwerbungen, Schenkungen und Dauerleihgaben ergänzt. Das Stadtarchiv erhielt im Berichtsjahr Schenkungen von 29 Personen. Dazu gingen noch einige Geldzuwendungen ein. Das Stadtarchiv erhielt beispielsweise Fotos, Dias, Postkarten, Zeitungen, Bücher, Festschriften, museale Objekte und Videokassetten. Von Bedeutung sind fünf Ausweise und ein Führerschein des ehemaligen Bürgermeisters Hermann Zanker.

Der Verein Bürgertreff Wir für uns sowie die Ortsgruppe des BUND übergaben Unterlagen an das Stadtarchiv.

 

4. Museale Aktivitäten



Vom Stadtarchiv werden das Technische Kulturdenkmal Ölmühle und die Bestände des früheren Dorfmuseum Kelter Rielingshausen fachlich mitbetreut. Ein Stadtmuseum ist noch nicht in Sicht.
Das Dorfmuseum Kelter Rielingshausen ist nicht nur geschlossen, sondern weitgehend abgebaut. Einige Exponate sollen künftig ins Stadtarchiv übernommen werden. Bereits nach Marbach transportiert wurde eine alte Wein- und Obstpresse aus Rietenau aus dem Jahr 1743.
Stadtarchiv pflegt und verwahrt zahlreiche museale Bestände, die für ein späteres Stadtmuseum verwendet werden können. Schenkungen werden in Auswahl angenommen, während der Ankauf musealer Objekte nur sporadisch erfolgt. Im Berichtsjahr erhielt das Stadtarchiv beispielsweise eine große antike Papierschneidemaschine sowie eine Verpackungsmaschine aus dem ehemaligen Ladengeschäft Jochim, ebenso ein altes Spiel „Schiller-Citate“ und Springerlesmodel des früheren Schillerhofwirtes.
Dem Museum Adler in Benningen wurden Leihgaben für die aktuelle Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Für Großexponate dient weiterhin ein kostenloses Lager in Möglingen.

5. Historische Bildungsarbeit

 

Leider kann die historische Bildungsarbeit aus bekannten Gründen nur eingeschränkt betrieben werden. So kann im Regelfall nur alle paar Jahre eine Ausstellung erarbeitet werden. Für 2018 ist eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg und zur Überganszeit in die Weimarer Republik geplant. Auch dienstliche Vorträge und Führungen sind nur begrenzt möglich. Eigene dienstliche Publikationen sind praktisch eingestellt.

a) Dienstliche Vorträge, Führungen, Ausstellungen und Publikationen

  • 16.5. Vortrag beim Marbacher Schillerverein: „Weilen die Noth bei den hiesigen armen Leuten sehr groß“. Das Hungerjahr 1817 in Marbach
  • 14.9. Vorstellung Marbach bei der Einführungsveranstaltung „Zertifizierungskurs Neckarguide“ der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg in Ludwigsburg (Marbach ist Kooperationspartner)
  • 3.10. Teilnahme am „Maus-Türöffnertag“ (Sendung mit der Maus) mit vier überfüllten Magazinführungen für Kinder (und Eltern) sowie Siegelgießen und Bürgerbrief ausstellen
  • 26.10. Vortrag für den „Zertifizierungskurs Neckarguide“ der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg in Marbach: „Die historische Nutzung der Wasserkraft des Neckars bei Marbach“, anschließend Führung durch das Technische Kulturdenkmal Ölmühle Jäger
  • 7.11. Archivmagazinführung für Frau Obleser und Frau Bombardi von der Stadtbücherei Marbach
  • 11.10. Archivmagazinführung für die Freien Wähler Marbach
  • 11.12. Führung für Studierende der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart der Studienrichtung „BWL-Dienstleistungsmanagement/Medien und Kommunikation (Organisation Frau von Smercek)
  • 12.12. Führung für die Schweizer Künstler Baltensperger und Siepert (Organisation Frau Salzer)

 

b) Sonstige Projekte und Aufgaben

  • Fernsehbeitrag über Marbach im ZDF Länderspiegel 29.4.
  • Marbacher Schillerverein: Teilnahme an den Vorstandssitzungen am 13.3. u. 11.12.
  • Dokumentation Richtfest des Tobias-Mayer-Museums am 14.7.
  • Unterstützung kultureller und touristischer Aktivitäten
  • Fachliche Betreuung der Stadtführer
  • Herausgabe der Neuauflage des dreisprachigen aktuellen Bildbandes
  • Vorbereitung der Legendenschilder für Straßennamen
  • Neuer Text auf die Melodie „Freude schöner Götterfunken“ zum Partnerschaftsjubiläum mit L’Isle Adam (gemeinsam mit Beate Fähnle)

 

c) Fachtreffen, Schulungen und Fortbildung

  • 21. u. 22.2. Schulung Fachprogramm Augias
  • 26.4. Treffen der AG hauptamtlicher Archivare im Städtetag Baden-Württemberg
  • 10.5. Treffen des AK Digitale Medien in kleinen Archiven
  • 9.5. u. 21.11. Treffen der Archivare des Landkreises Ludwigsburg (am 21.11. in Marbach)
  • 28.6. Notfallübung der Archivare des Landkreises Ludwigsburg in Freiberg a.N.
  • 29.11. – 1.12. Fortbildungsseminar der Bundeskonferenz der Kommunalarchivare

 

d) Private Tätigkeiten betr. Marbach und Umgebung (Auswahl)

 

  • 17.2. Führung in Zusammenarbeit mit den Marbacher Weingärtnern: „Hexen, Henker, Hinrichtungen“
  • 1.6. Neue Führung in Zusammenarbeit mit den Marbacher Weingärtnern: „Mit Wengerter Dickkopf unterwegs. Schwäbische Stadtführung mit einem Marbacher Holdergässler“
  • 5.10. Englisch-Deutsche Schillerführung für das internationale Semester der PH Ludwigsburg
  • 9.11. Vortrag beim Historischen Verein für Stadt und Kreis Ludwigsburg: „Weilen die Noth bei den hiesigen armen Leuten sehr groß“. Das Hungerjahr 1817 in Marbach
  • 16.11. Vortrag im Benninger Museum Adler: Von der Urfehde bis zur Hinrichtung. Kriminalfälle in einer Kleinstadt zwischen 1500 und 1750
  • Beitrag „Weilen die Noth bei den hiesigen armen Leuten sehr groß“. Das Hungerjahr 1817 in Marbach in den Ludwigsburger Geschichtsblättern Bd. 71/2017
  • Mehrere Beiträge in „Hie Gut Württemberg“. Historische Beilage zur Ludwigsburger Kreiszeitung

 

6. Personal

 

Frau Eva-Maria Jung beendet am 7.7.2017 erfolgreich ihre Ausbildung im Stadtarchiv. Neue Auszubildende als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv ist seit 1. September Tabea Buck aus Pleidelsheim.

Erstmals wurde auf Betreiben des Stadtarchivars von der Verwaltung im Berichtsjahr eine Stelle für ein Freiwilliges Kulturelles Jahr im Stadtarchiv eingerichtet. Leider verließ uns die Stelleninhaberin Eva Schreiber bereits nach sechs Wochen Mitte Oktober 2017, da sie im Nachrückverfahren für einen Studienplatz ausgelost wurde. Mit Samra Hasanovic wurde ab 1. Dezember eine Nachfolgerin gefunden. Sie ist unter anderem für die Erstellung der Legendenschilder einiger Straßennamen zuständig und soll die Ausstellung im Oberen Torturm umgestalten.

Erfreulicherweise verfügt das Stadtarchiv über einen festen Stamm ehrenamtlicher Mitarbeiter, die erheblich zum reibungslosen Dienstbetrieb beitragen. Im Berichtsjahr mussten sogar Absagen erteilt werden.

Folgende Leistungen erbrachten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Berichtsjahr (Vorjahreszahlen in Klammern):

  • Frau Brigitte Diemer verzeichnete an 20 (15) Tagen Fotografien
  • Herr Dietmar Schmidt katalogisierte an 56 (42) Tagen die Archivbibliothek
  • Die Herren Roland Greiner und Manfred Widler dokumentierten bauliche Veränderungen im Stadtbild sowie Ereignisse. Herr Greiner sortierte Dias in Hüllen ein und beschriftete diese
  • Frau Diana Sann war an 35 (19) Tagen ehrenamtlich im Stadtarchiv tätig. Sie arbeitet auf Honorarbasis seit einigen Monaten auch als Aushilfe im Schillerhaus


Praktika absolvierten:

  • 31. Mai Emily Grenz
  • 24. November Blinera Humolli

 

7. Ausschau

 

Folgende Jubiläen stehen bis 2023 an:


2018

400 Jahre Beginn des Dreißigjährigen Krieges

300 Jahre Kelterneubau in Rielingshausen

100 Jahre Kriegsende 1. Weltkrieg

50 Jahre „68er Bewegung“

 

2019

700 Jahre Ersterwähnung der Stadtkirche

Vor 200 Jahren kommt Ottilie Rooschüz, später verheiratete Wildermuth nach Marbach

75 Jahre Bombenabwurf über Siegelhausen

50 Jahre Anschluss Marbachs an die Landeswasserversorgung

50 Jahre Mitteilungsblatt Rielingshausen

 

2020

550. Geburtstag Alexander Seitz

500. Geburtstag Anastasius Demmler

300 Jahre Hinterbirkenhof

300 Jahre Schulhaus in Rielingshausen

50 Jahre Gruppenklärwerk Häldenmühle

50 Jahre Realschule

50 Jahre Fertigstellung Neubau Gymnasium

 

2021

350. Geburtstag Philipp Josef Jenisch

150 Jahre Reichsgründung

50 Jahre Abbruch der Großen Kelter

 

2022

700 Jahre Rielingshausen württembergisch

50 Jahre Anschluss Rielingshausen an Marbach

 

2023

300. Geburtstag Tobias Mayer

225. Geburtstag Ludwig Hofacker

200 Jahre Fa. Oehler

 

Den 11.1.2018

 

Albrecht Gühring

Stadtarchivar

Jahresbericht 2018

Sachverhalt:

 

1. Benutzung des Archivs (in Klammern Vorjahreszahlen)

 

Das Stadtarchiv wurde im Jahr 2018 von 85 (61) Benutzern besucht. Da einzelne Benutzer mehrfach die Dienste in Anspruch nahmen, ergeben sich insgesamt 171 (105) Archivbenutzungen. Damit ist sowohl die Anzahl der Erstbenutzer als auch der Mehrfachnutzungen erheblich angestiegen. Bei den Mehrfachnutzungen besuchten zwei Personen 21 und 18 mal das Archiv. Ein Benutzer schreibt seine Doktorarbeit in der Hauptsache über den Wiederaufbau der Stadt Marbach nach 1693.

Ebenfalls leicht abgenommen haben die Anfragen an das Stadtarchiv von außerhalb sowie durch die Verwaltung selbst. Neben zahlreichen telefonischen Auskünften, die nicht erfasst wurden, wurden vom Stadtarchiv im Berichtsjahr insgesamt 130 (194) Anfragen, davon 126 (182) per E-Mail, beantwortet. Erstmals wurden auch Anfragen aus der eigenen Verwaltung erfasst. Es ergab sich die enorme Anzahl von 51 Anfragen. Dies resultiert daraus, dass im Stadtarchiv bereits alle Akten bis 2005 untergebracht sind.

Fast alle Anfragen wurden direkt vom Archivar beantwortet. Die Inanspruchnahme von Schreibkräften war nicht mehr notwendig.

 

2. Schriftgutverwaltung

 

Die Altregistratur von 1965 bis 2005, die sich als Zwischenarchiv im Stadtarchiv befindet, wurde weiter von Ordnern in Archivboxen umgebettet. Boxen, die nicht voll sind, wurden zusammengeführt.

Etliche einzelne Akten und sogar Einzelblätter sind schon vor Jahren ohne Aktenzeichen ins Archiv gekommen. Im Berichtsjahr wurde mit der zeitintensiven Zuordnung und Vergabe von Aktenzeichen begonnen.

Erneut erhielt das Stadtarchiv eine große Ablieferung an amtlichem Schriftgut (ca. 40 Umzugskartons) aus der Registratur (Akten vor 2005). Diese Akten wurden zu einem großen Teil bereits umgebettet und eingeordnet. Die üblichen Ablieferungen gemäß Personenstandsgesetz kamen vom Standesamt.

Im Berichtsjahr wurden wie immer eine größere Anzahl Akten ohne rechtliche und historische Bedeutung kassiert.

In den Beständen befinden sich noch immer viele durch Schimmel, Feuchtigkeit oder Insektenfraß beschädigte Archivalien, die im Rahmen der Bestandserhaltung kontinuierlich restauriert werden. Oft sind die Schäden von außen nicht sichtbar und werden zufällig entdeckt.

Im Berichtsjahr ging eine weitere Lieferung des neuen kommunalen Aktenplans 21 ein. Er enthält neue Aktenzeichen, aber auch Umbenennungen bisheriger Aktenzeichen, sodass bei der Einführung ein Schnitt notwendig sein wird.

 

Für die anstehende digitale Langzeitarchivierung wurden Vorbereitungen getroffen. Bereits jetzt befinden sich etliche Hybridakten, also Akten, die sowohl Papier, als auch digitale Datenträger enthalten, in den Beständen des Archivs. Ein Großteil der Film- und Kassettenbestände wurde im Berichtsjahr digitalisiert.

 

3. Archivbibliothek Sammlungen und nichtamtliches Schriftgut (Vereinsarchive, Nachlässe, Schenkungen usw.)

 

Die Archivbibliothek wurde durch Kauf, Tausch und Schenkung neuer und antiquarischer Bücher erweitert. Die Dienstbibliothek wird seit 2011 durch Dietmar Schmidt aus Erdmannhausen ehrenamtlich katalogisiert. Herr Schmidt ist im Regelfall zweimal pro Woche ca. vier Stunden im Archiv. Er arbeitete 2018 an 32 Tagen für uns. Erneut wurden zahlreiche Dubletten und nicht relevante Bücher ausgeschieden.

Die Zeitungsausschnitt-, Ansichtskarten- und Plakatsammlung wurde im Berichtsjahr wie üblich ergänzt und kontinuierlich verzeichnet und eingeordnet. Die aktuelle Foto- und Filmdokumentation von Ereignissen und baulichen Veränderungen wurde durch das Archiv selbst sowie ehrenamtlich durch die Herrn Roland Greiner durchgeführt. Die historische Fotosammlung erfuhr im Berichtsjahr durch die ehrenamtliche Arbeit von Brigitte Diemer eine kontinuierliche Weiterverzeichnung. Frau Diemer war 2018 an 19 Tagen im Archiv. Sie arbeitet ca. fünf Stunden pro Tag. Aktuelle Bilder des Jahres 2018 wurden für die Personalversammlung und die Schlusssitzung des Gemeinderates zur Verfügung gestellt.

Die Sammlungen wurden durch Neuerwerbungen, Schenkungen und Dauerleihgaben ergänzt. Das Stadtarchiv erhielt im Berichtsjahr 42 Schenkungen von Privatpersonen. Das Stadtarchiv erhielt beispielsweise Fotos, Dias, Postkarten, Zeitungen, Literatur und museale Objekte. Hervorzuheben sind ein Ölgemälde Marbach, eine Württembergische Landordnung von 1698 sowie Dokumente und Exponate zum Ersten Weltkrieg.

Außerdem gingen Geldspenden ein, so beispielsweise eines Marbacher Fabrikanten und eines Stadtrates. Mit der erstgenannten Spende konnte der bedeutende Nachlass von Ernst Müller, dem ersten Leiter des Schiller-Nationalmuseums, erworben werden. Als Leihgabe erhielt das Archiv, Unterlagen, Fotos und Dokumente der Fa. Sängerform.

Erfreulicherweise wurden auch wieder Vereinsunterlagen folgender Vereine übergeben: Arbeitsgemeinschaft Marbacher Frauen, Marbacher Liederkranz, Bürgertreff Wir für uns sowie Ortsgruppe Marbach des BUND. Ebenso lieferte die Grundschule Marbach Akten ab.

 

4. Museale Aktivitäten

 

Vom Stadtarchiv werden das Museum im Oberen Torturm, das Technische Kulturdenkmal Ölmühle und die Bestände des früheren Dorfmuseum Kelter Rielingshausen fachlich betreut.

Das Stadtarchiv begleitete die Entstehung eines Werbeflyers für vier Marbacher Museen (Schillers Geburtshaus, Tobias-Mayer-Museum, Ölmühle Jäger und Genkinger-Haus). Für letzteres wurde die Hausgeschichte erforscht und dem Freundeskreis zur Verfügung gestellt.

Das Stadtarchiv pflegt und verwahrt museale Bestände. Museale Schenkungen werden in Auswahl angenommen, beispielsweise im Berichtsjahr eine Beschriftungsmaschine für Apothekengefäße aus der früheren Apotheke Palm.

Einige museale Exponate wurden an das Jugendhaus für dessen Sommerferienprogramm ausgeliehen.

Die im Stadtarchiv verwahrten Bestände des Tobias-Mayer-Museums konnten nach Eröffnung des Neubaus großenteils dorthin verbracht werden. Wegen Platzmangel mussten aber etliche Objekte bei uns verbleiben.

Auf Initiative von Herrn Lobert konnten im Rielingshäuser Gebäude Karlstraße 9 etliche museale Objekte gesichert werden.

Für Großexponate dient weiterhin ein kostenloses Lager in Möglingen. Dorthin kamen eine Kutsche und ein Pferdeschlitten der Familie Ellinger.

 

5. Historische Bildungsarbeit

 

Bedauerlicherweise kann die Pflichtaufgabe „Historische Bildungsarbeit“ wegen fehlenden Personals nur eingeschränkt erfüllt werden. Auch dienstliche Vorträge und Führungen sind nur begrenzt möglich. Eigene dienstliche Publikationen sind kaum möglich.

 

a) Dienstliche Vorträge, Führungen, Ausstellungen und Publikationen

 

  • 6.5. Jubiläumsvortrag 300 Jahre Rielingshäuser Kelter vor Ort
  • 7.5. Führung für eine Delegation aus der türkischen Stadt Tirebolu (Organisation Frau Fähnle)
  • 14. u. 15.5. Archivmagazinführung für den Südstern-Kindergarten
  • 17.5. Teilnahme bei der Vergabe der Zertifikate für die „Neckarguides“ der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg in Ludwigsburg (Marbach ist Kooperationspartner)
  • 5.6. Kurzführung beim Schillerdenkmal für Imagefilm (Organisation Frau von Smercek)
  • 6.6. Führung für eine amerikanische Gruppe (Organisation Frau Fähnle)
  • 20.6. Führung für Journalisten von Spiegel-online
  • 25.9. Vortrag beim Schillerverein: Von der Urfehde bis zur Hinrichtung. Kriminalfälle in einer Marbach zwischen 1500 und 1750
  • 14.11. Eröffnung der Ausstellung „Geht den der schreckliche Krieg nicht bald aus?“ Marbach und Rielingshausen im Kontext des Ersten Weltkriegs (Filiale Marbach der Volksbank Ludwigsburg, bis Ende Februar 2019)

 

b) Sonstige Projekte und Aufgaben

 

  • Vorstand Marbacher Schillerverein
  • Dokumentation der Einweihung des Tobias-Mayer-Museums am 6.10.
  • Unterstützung kultureller und touristischer Aktivitäten
  • Auskunft an Stadtführer
  • Legendenschilder für Straßennamen
  • Stolperstein für Adolf Stirm
  • Neugestaltung des Museums im Oberen Torturm
  • Tafel Römische Ausgrabungen am neuen Radweg
  • Hinweisschild an der Freizeitanlage Galgen
  • Vorbereitung Gartenschau

 

c) Fachtreffen, Schulungen und Fortbildung

 

  • 11.4. Treffen der AG hauptamtlicher Archivare im Städtetag Baden-Württemberg
  • 24.4. Schulung Brandschutz
  • 4.7. u. 13.12. Treffen des AK Digitale Medien in kleinen Archiven
  • 15.5.Treffen der Archivare des Landkreises Ludwigsburg
  • 15.11. FSJ Einsatzstellentreffen
  • 28. – 30.11 Fortbildungsseminar der Bundeskonferenz der Kommunalarchivare

 

d) Private Tätigkeiten betr. Marbach und Umgebung (Auswahl)

 

  • 12.1. Führung in Zusammenarbeit mit den Marbacher Weingärtnern: „Hexen, Henker, Hinrichtungen“
  • 4.5. Führung in Zusammenarbeit mit den Marbacher Weingärtnern: „Mit Wengerter Dickkopf unterwegs. Schwäbische Stadtführung mit einem Marbacher Holdergässler“
  • 9.10. Englisch-Deutsche Schillerführung für das internationale Semester der PH Ludwigsburg
  • 24.10. Schwäbische Grüffelo-Lesung im Rahmen 40 Jahre Stadtbücherei
  • Mehrere Beiträge in „Hie Gut Württemberg“. Historische Beilage zur Ludwigsburger Kreiszeitung

6. Personal

 

Frau Samra Hasanovic beendete ihr Freiwilliges Soziales Jahr (Kultur) im Stadtarchiv Ende Juli. Am 1. September begann als Nachfolgerin Frau Annalena Hofmann aus Murr.

Die Auszubildende als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Archiv (seit 1. September 2017) hat leider zum Jahresende 2018 ihre Ausbildung abgebrochen.

Erfreulicherweise verfügt das Stadtarchiv über einen festen Stamm ehrenamtlicher Mitarbeiter, ohne die ein reibungsloser Dienstbetrieb mit dem heutigen Umfang nicht möglich wäre.

Folgende Leistungen erbrachten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Berichtsjahr (Vorjahreszahlen in Klammern):

  • Frau Brigitte Diemer verzeichnete an 19 (20) Tagen Fotografien
  • Herr Dietmar Schmidt katalogisierte an 32 (56) Tagen die Archivbibliothek
  • Herr Roland Greiner dokumentierte bauliche Veränderungen im Stadtbild sowie Ereignisse
  • Frau Diana Sann war an 16 (35) Tagen ehrenamtlich im Stadtarchiv tätig

 

Außerdem absolvierten mehrere junge Menschen verschiedene Praktika.

 

7. Ausschau

 

Folgende Jubiläen stehen bis 2023 an:

 

2019

700 Jahre Ersterwähnung der Stadtkirche

260. Geburtstag Friedrich von Schiller

Vor 200 Jahren kommt Ottilie Rooschüz, später verheiratete Wildermuth nach Marbach

100 Jahre LABAG

100 Jahre Frauenwahlrecht

100 Jahre Hild Samen GmbH

75 Jahre Bombenabwurf über Siegelhausen

70 Jahre BRD/DDR

50 Jahre Mondlandung

50 Jahre Anschluss Marbachs an die Landeswasserversorgung

50 Jahre Mitteilungsblatt Rielingshausen

 

 

2020

550. Geburtstag Alexander Seitz

500. Geburtstag Anastasius Demmler

300 Jahre Hinterbirkenhof

300 Jahre Schulhaus in Rielingshausen

100 Jahre Ruderverein

75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg

50 Jahre Gruppenklärwerk Häldenmühle

50 Jahre Realschule

50 Jahre Fertigstellung Neubau Gymnasium

 

2021

350. Geburtstag Philipp Josef Jenisch

150 Jahre Reichsgründung

50 Jahre Abbruch der Großen Kelter

 

2022

700 Jahre Rielingshausen württembergisch

50 Jahre Anschluss Rielingshausen an Marbach

 

2023

300. Geburtstag Tobias Mayer

225. Geburtstag Ludwig Hofacker

200 Jahre Fa. Oehler

100 Jahre Inflation

 

Den 10.01.2019

 

Albrecht Gühring

Stadtarchivar